Happy ohne Norm_alität

Überall heißt es, dass wir jetzt langsam Schritt für Schritt wieder zur „Normalität“ zurückkehren, aber auch, dass das Leben nach Corona nicht mehr dasselbe sein wird wie zuvor. Ich habe mich gefragt, was es denn eigentlich mit der „Normalität“ auf sich hat.

In Bezug auf Corona ist es natürlich schlimm, wenn wir liebgewonnene, für uns „normale“ Gewohnheiten nicht mehr so unbeschwert ausüben können wie zuvor und deshalb unsere Kraftquellen teilweise eingeschränkt wurden oder noch sind.

Generell ist mir der Begriff „Normalität“ aber schon immer sauer aufgestoßen, weil er von der Mehrheit definiert wird und auch eine Machtfrage ausdrückt.

Bei Wikipedia finden sich folgende Definitionen von Normalität:

„In der Soziologie bedeutet Normalität das Selbstverständliche in einer Gesellschaft, das nicht mehr erklärt und über das nicht mehr entschieden werden muss. Dieses Selbstverständliche betrifft soziale Normen und konkrete Verhaltensweisen von Menschen. Es wird durch Erziehung und Sozialisation vermittelt.

In der Psychologie bezeichnet Normalität ein erwünschtes, akzeptables, gesundes, förderungswürdiges Verhalten im Gegensatz zu unerwünschtem, behandlungsbedürftigem, gestörtem, abweichendem Verhalten.“

Wer definiert das Selbstverständliche in einer Gesellschaft? Und wer definiert gestörtes Verhalten?

Verhalten ist immer ein Kontinuum. Eine Normalverteilung, an dessen Enden Menschen anders handeln als in der Mitte, die den Durchschnitt bildet. Wer sich am Rand der Normalverteilung befindet, hat vielleicht mehr Freiheit, aber meist auch weniger soziale Unterstützung von der Gemeinschaft. Wer ein „Außenseiter“ ist, wird von der „Mitte“ der Gesellschaft oft ausgegrenzt und abwertend behandelt.

Wir Menschen brauchen Sicherheit und Orientierung in unserem Verhalten und deshalb lehnen wir uns an einer Mehrheit an, aber das darf nicht dazu führen, dass wir anders denkende und „unkonventionelle“ Menschen mit alternativen Lebensweisen und Ansichten abwerten.

Die Corona-Krise hat die Selbstverständlichkeit unserer Normalität in Frage gestellt und ein neues, erwünschtes Verhalten gefordert. Auch dies war eine Machtfrage.

Jede „Normalität“ gilt es meiner Meinung nach neu zu hinterfragen und auch für sich zu entscheiden, ob eine Kongruenz mit den eigenen Werten besteht. Dabei stellt sich die Frage, ob wir es aushalten, wenn wir uns aufgrund der neuen Normalität plötzlich am Rande der Normalverteilungskurve befinden.

Ich plädiere für ein Bewusstsein, dass Normalität immer eine Frage der aktuellen Mehrheit und auch nicht in Stein gemeißelt ist. Und vor allem nicht die segenreiche Erlösung für all unsere Probleme.

Lese auch gerne meinen Blog-Beitrag: „Happy mit dem eigenen Gewissen?“

Veröffentlicht von Be happy!

Ich mache Kommunikation, die ins Herz trifft! Mein Herzensprojekt ist mein Be happy-Blog, auf dem sich möglichst viele Menschen über ihre Glücksmomente in Coronazeiten austauschen sollen. So helfen wir uns gegenseitig, Ängste zu überwinden!

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