Eine kulturwissenschaftliche Analyse von Verschwörungstheorien

Viele Menschen haben derzeit Angst vor Verschwörungstheoretikern. Aber was ist eine Verschwörungstheorie genau?

Verschwörungstheorien entstehen laut der Kulturwissenschaftlerin Alexa Waschkau als Bedürfnis nach Erzählen, wie auch das mündliche Erzählen von Mythen, Sagen und Märchen ein zutiefst menschliches Bedürfnis ist.

Verschwörungstheorien seien wie Sagen, wobei Menschen zu einem Gerücht Dinge hinzufügen, die dann zur Verschwörungstheorie werden können.

Eine Verschwörungstheorie sei eine alternative Erklärungsform einer offiziellen Erzählung, wobei Dinge hinzugefügt werden. Dabei wird eine fremde Macht als Ursacher gesehen, die den Menschen schaden will. Dabei ist dies ein „Glauben oder eine Ideologie“ für die Anhänger, was schwer zu widerlegen ist.

Rationale Argumente helfen nicht gegen einen Glauben. Ein klares Feindbild hilft bei der Einordnung des eigenen Weltbildes. So wird das psychologische Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit befriedigt, also der Urheber des eigenen Handels zu sein.

Motive für Verschwörungstheorien sind die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, in der man sich aufgehoben fühlt. Kritik an einem sehr emotional wichtigen Thema muss abgewehrt werden. Wenn der Mensch gefühlt zu wenig Informationen hat, versucht er selbst ein Erklärungsmodell zu finden. Man fühlt sich besonders und auserwählt, dass man als „Aufgewachter“ Zugang zu Insiderinformationen hat. Dabei kann ein Strudel in immer tiefere Verschwörungstheorien und Paranoia entstehen.

Wir können Verschwörungstheorien als ungewöhnliche Geschichten sehen, die sich durch die Kulturgeschichte der Menschen ziehen. Eine Gefahr besteht natürlich definitiv, denn es wird Angst geschürt und kann auch politische Konsequenzen haben. Eine frühere Verschwörungstheorie ist beispielsweise die Hexenverfolgung. In verschiedenen Kulturen gebe es ähnliche Muster von Verschwörungstheorien.

Ängstliche Menschen sind anfälliger für Verschwörungstheorien, da diese schnell Abhilfe für die Angst schaffen.

Ich habe mir auf Basis dieses Podcasts Ansätze für den Umgang mit Verschwörungstheorien für die Zukunft überlegt:

Orte für Gemeinschaft schaffen

Training von Selbstwirksamkeit im Alltag

Narzissmus behandeln, der das Bedürfnis, etwas Besonderes sein zu müssen, verstärkt

Ganzheitliche Berichterstattung der Medien, kein Löschen von Alternativmedien, da dies die Verschwörungstheorien verstärkt, da das Gefühl entsteht, dass ja doch etwas dran ist

Trotzdem über Verschwörungstheorien diskutieren und Aufklärungsarbeit leisten

Bei großer Angst, Therapie gegen die Angst empfehlen

Akzeptieren, dass es immer Verschwörungstheorien geben wird

Zum Nachgefragt-Podcast: „Verschwörungstheorien als Erzählform“

Psychoanalyse-Podcast: „Analyse der tiefenpsychologischen Funktionen von Verschwörungstheorien“

MDR Corona-Psychologie-Podcast: „Mythen und Verschwörungstheorien – macht uns Corona anfälliger?“

Und hier ist noch ein sehr interessantes Video von Psychiater Dr. Raphael Bonelli darüber, dass niemand die Wahrheit gepachtet hat und der Begriff „Verschwörungstheorie“ auch oft als Totschlagargument verwendet wird, um sich nicht mit Inhalten auseinanderzusetzen.

Lest auch gerne meinen Blogbeitrag: „Fundierte Kritik versus Falschmeldungen“.

Was meint ihr? Schreibt`s mir gern in die Kommentare!

Veröffentlicht von Be happy!

Ich mache Kommunikation, die ins Herz trifft! Mein Herzensprojekt ist mein Be happy-Blog, auf dem sich möglichst viele Menschen über ihre Glücksmomente in Coronazeiten austauschen sollen. So helfen wir uns gegenseitig, Ängste zu überwinden!

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