Gastbeitrag: Mit Krisen umgehen. Widerstandskraft entwickeln.

Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch. Ob in der Arbeit oder im Privaten. Ich lasse mir ungern vorschreiben, was ich zu tun habe. Deshalb stellt für mich die Ausgangsbeschränkung eine große Herausforderung dar. Um diese Zeit gut zu überstehen, ist für mich das Konzept der Resilienz hilfreich.

Resilienz meint die Fähigkeit eines Menschen, mit schwierigen Umständen gut fertig zu werden. Diese innere Kraft eines Menschen fußt auf sieben Säulen:

  • Optimismus: Es bringt nichts, sich in Katastrophengedanken zu verlieren und sich vorzustellen, wie die Situation von Tag zu Tag schlimmer wird. Gesünder ist es, sich zu sagen, dass es irgendwann wieder besser wird. Eines Tages wird der Virus besiegt sein und das Leben wird wieder normal laufen.
  • Akzeptanz: Ich kann mich darüber aufregen, dass ich jetzt nicht mit meinen besten Freund*innen an der Isar sitzen kann und viel Zeit zu Hause verbringen muss. All der Ärger führt aber zu nichts. Akzeptanz heißt, das, was gerade ist, und ich nicht ändern kann, anzunehmen (Und das allein kann schon sehr befreiend sein). 
  • Lösungsorientierung. Akzeptieren heißt aber nicht, dass man nichts ändern kann. Aktiv nach Lösungen zu suchen, wie ich für mich die aktuelle Situation besser gestalten kann, was ich tun kann, damit es mir besser geht, ist der nächste Schritt.
  • Ich übernehme also in einem gewissen Maß Verantwortung für meine aktuelle Situation. (Auch wenn ich natürlich persönlich wenig dafür kann, dass der Corona Virus existiert.). Ich warte nicht darauf, dass sich die äußeren Umstände ändern, oder jemand auf mich zukommt und sich darum kümmert, dass es mir besser geht.
  • Verantwortung zu übernehmen, heißt ins Handeln zu kommen. Was kann ich konkret in meiner Situation tun, damit es mir besser geht und ich nicht in eine passive Opferrolle verfalle? Ich kann zum Beispiel beginnen, mich um andere Menschen zu kümmern (Einkäufe erledigen, Briefe schreiben, anrufen). Das Gefühl, etwas Gutes für andere getan zu haben, wirkt sich übrigens sehr positiv auf das eigene Wohlbefinden aus. Ich kann mir einen strukturieren Tagesablauf erstellen -mit Sporteinheiten, nach draußen gehen und arbeiten. Routinen sind in dem Kontext sehr wichtig, All das lässt mich aktiv werden und gibt mir das Gefühl, die Situation gestalten zu können und nicht von den äußeren Umständen überrollt zu werden.
  • Zukunftsplanung: Die Zeit, die wir gerade erleben, ist unangenehm. Aber sie wird auch vorbei gehen. Worauf freust Du Dich in der Zukunft? Was wirst Du tun, wenn sich die Situation entspannt hat? Vielleicht möchtest Du eine Reise planen, in der Du all die Menschen die Dir wichtig sind, besuchst? Oder Du möchtest Dich längerfristig in Deinem Viertel engagieren oder ein Straßenfest organisieren? Schmiede Pläne, sei ruhig ein bisschen verrückt. Rede mit anderen über Deine Ideen und spinnt diese gemeinsam weiter!
  • Netzwerkpflege: Dass wir soziale Menschen sind, wird uns gerade immer mehr bewusst. Viele pflegen derzeit ihr Netzwerk über die sozialen Medien. Facebook und Co. sind aber in diesen Zeiten mit Vorsicht zu genießen. Fehlmeldungen und Katastrophengedankentun tun vielen nicht gut. Mein Tipp: Nutze andere Kanäle. Ruf Menschen, die Dir wichtig sind, direkt an, schreib einen Brief oder eine Postkarte, unterhalte Dich mit der Person in der Nachbarwohnung über den Balkon. Es gibt so viele Möglichkeiten, auch derzeit in Kontakt zu treten. Nutze sie!

Eure Elke Heublein

Elke Heublein ist Gründerin von Working Between Cultures und seit 2004 als interkulturelle Trainerin aktiv. Schwerpunkte: Zusammenarbeit in und Führung von (heterogenen) Teams, Hochschuldidaktik/Train the Trainer, sowie Beratungen und Workshops im Kontext von Diversität.

Elke Heublein bietet ein kostenloses Resilienz-Coaching für 45 Minuten an. Schreibt ihr bei Interesse gerne an eh@working-between-cultures.com

www.working-between-cultures.com

Resilienztraining RASMUS zur Stressbewältigung – Präventionskurs von den erfahrungsexperten (von der Krankenkasse erstattbar!)

Im SWR-Podcast gibt Prof. Dr. Klaus Lieb, Leiter des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz, Tipps, wie man resilienter werden und die Corona-Krise besser bewältigen kann.

P. S. : Tägliche Impulse, um eure Widerstandskraft zu erhöhen, bekommt ihr im Newsletter „Resilienzperlen“. Einfach E-Mail an kontakt@stadtrand-berlin.de

Veröffentlicht von Be happy!

Ich mache Kommunikation, die ins Herz trifft! Mein Herzensprojekt ist mein Be happy-Blog, auf dem sich möglichst viele Menschen über ihre Glücksmomente in Coronazeiten austauschen sollen. So helfen wir uns gegenseitig, Ängste zu überwinden!

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